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Herzlich willkommen im Migrationsmuseum

wanderungsbewegungen hat es schon immer gegeben. Sie sind ein bedeutsamer Teil der europäischen Geschichte.

Schon in der Antike kam es zu Wanderungsbewegungen, weil Stämme von anderen Stämmen verdrängt wurden oder, weil sie ihr Gebiet erweitern wollten oder aber auch, weil die durch Missernten verursachte Hungersnot die Einwohner dazu zwang einen anderen, besseren Siedlungsplatz zu suchen.

Treck der Auswanderer
Treck der Auswanderer

Schon vor der Zeitenwende kam es zu Wanderungen der germanischen Stämme (Bastarnen, Kimbern, Teutonen, Ambronen), von den Römern Barabaren1 genannt, in Richtung Süden.

 

Goten auf der Wanderung
Goten auf der Wanderung

Viel bedeutender waren aber die Wanderungen der germanischen Goten, Gepiden2 und Wandalen3 im 2./3. Jahrhundert n. Chr. nach Südrussland und in die Karpaten sowie die Vorstöße von Markomannen4, Alemannen und Franken über Donau und Rhein, die um 260 zum Fall des römischen Limes führten.

Handelsverkehr am römischen Limes
Handelsverkehr am römischen Limes

 

Bis zum Einfall der Hunnen um 350, der die germanische Völkerwanderung auslöste, kam es zu keinen größeren Bevölkerungsverschiebungen mehr.

 

P.S.: Über Kommentare und Vorschläge würde ich mich freuen. Benutzt doch dazu mein Gästebuch.

 

 

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1 Barbaren = bei den Griechen ursprünglich jeder, der nicht griechisch sprach, seit den Perserkriegen mit der Bedeutung des Ungebildeten, Rohen und Grausamen verbunden; bei den Römern alle außerhalb des griechisch-römischen Kulturkreises lebenden Völker; heute umgangssprachlich für: roher, ungebildeter Mensch.

2 Gepiden = ostgermanischer Stamm, der um die Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. ertsmals erwähnt wurde. Sie siedelten damals im Weichseldelta. Es scheint, dass die Gepiden zusammen mit den Goten nach 250 an die untere Donau in den Karpatenraum (Siebenbürgen) zogen; hier traten sie zu Anfang des 5. Jahrhunderts als Verbündete oder als Untertanen der Goten auf.
Ende des 4. Jahrhunderts gerieten die Gepiden, wie die Ostgoten, in hunnische Abhängigkeit. Nach Attillas Tod (453) erhob sich der Gepidenkönig Ardarich und befreite Südosteuropa von der Hunnenherrschaft.
Die Gepiden besiedelten dann das Land zwischen Theiß und Donau, errichteten dort ihr eigenes Reich und vertrieben die Hunnen in das Gebiet zwischen Dnjestr und Dnjepr. In den Jahren 567/568 wurden sie von den Langobarden und Awaren (turktatarisches Nomadenvolk) unterworfen, worauf sie aus der Geschichte verschwinden.

3 Wandalen = ostgermanisches Volk, dessen ursprüngliches Siedlungsgebiet unbekannt ist; die bedeutendsten Teilstämme der Hasdingen und Silingen (nach Letzteren ist Schlesien benannt) sind zunächst als im Oder-Warthe-Raum ansässig belegt.
Während der Markomannenkriege (166-180) ließen sich Heerhaufen der Wandalen am Ostabhang der Karpaten, später im Theißbecken nieder. 406/407 überquerten die Wandalen mit Sweben und Alanen (kaukasisches Nomadenvolk) den Rhein und stießen 409 nach Spanien vor, wo sie 411 als römische Föderaten Landzuweisungen erhielten: die Hasdingen und Sweben im heutigen Galicien, die Silingen im heutigen Andalusien. Dort von den Westgoten bedrängt, wurden etwa 80.000 Wandalen und Alanen 429 von Geiserich nach Nordafrika geführt, wo sie auf römischem Boden ein eigenes Reich gründeten; Residenz wurde das 439 eroberte Karthago.
455 erschienen die Wandalen mit einer Flotte vor Rom und plünderten 14 Tage lang die Stadt. 533/534 wurde ihr Reich durch den oströmischen Feldherrn Flavius Belisar vernichtet.

4 Markomannen ("die in der Mark, d. h. im Grenzland, wohnende Männer") = ein großer germanischer, zu der Gruppe der Sueven zählender Volksstamm, die vermutlich zu Beginn des 1. Jahrhunderts v. Chr. von der Elbe vertrieben wurden und sich daraufhin am Main, im heutigen Franken, ansiedelten, wo sie die dort ansässigen Kelten verdrängten.
Zu Cäsars Zeit befanden sie sich in der nordöstlichen Hälfte des Königreichs Bayern. Von den Römern 9 v. Chr. besiegt, zogen sie zusammen mit den Quaden unter König Marbod nach Böhmen, in das Land der Bojer (keltischer Stamm, der von Gallien um 400 v. Chr. nach Oberitalien (Hauptstadt Bononia, heute Bologna) beziehungsweise in das nach ihm benannte Böhmen (Boiohaemum), nördlich der Donau, wo Marbod im Bund mit anderen germanischen Stämmen ein großes germanisches Reich errichtete, das vom römischen Kaiser Augustus als potenzielle Gefahr für Rom wahrgenommen wurde. Im Jahr 19 gerieten die Markomannen unter römischen Einfluss und waren 30 Jahre lang ein römischer Klientelstaat. Der Druck anderer Germanenstämme, soziale und wirtschaftliche Veränderungen und die Schwäche der römischen Reichsverteidigung führten zu den Markomannenkriegen, die mit Unterbrechungen von 166 bis 180 n. Chr. dauerten.
433 kamen die in Pannonien ansässigen Markomannen unter die Herrschaft der Hunnen. Im 6. Jahrhundert wanderten sie nach Bayern aus und ihr Name verlor sich allmählich. Fortan erschienen sie unter dem Namen Bayern, ein Name, den sie bereits aus ihrer böhmischen Heimat mitgebracht hatten, nach der sie Vaiwarier, d. h. Bewohner von Baiheim (Böhmen), hießen.